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Gesagt, gewagt

Doreen Paviano und Swen Kaube-Becher haben mit Leidenschaft und Risiko das Café „Wiener Traum“ zum Erfolg geführt


„Wir kämpfen, wir kriegen das hin“, sagt Doreen Paviano. Vor vier Jahren hat die Konditorin ihren Job als Frühstückschefin an den Nagel gehängt und mit Swen Kaube-Becher das Café „Wiener Traum“ in Freudenstadt übernommen. Eine Erfolgsgeschichte: Aus dem gemütlichen Treffpunkt haben die beiden ein beliebtes Restaurant gemacht. Die Gäste fühlen sich wohl – nicht nur wegen der Schnitzel- und Flammkuchenspezialitäten, sondern vor allem wegen der herausragenden Gastgeberqualitäten der beiden Inhaber.

„Mit keinem Cent Fremdkapital“ hat Doreen Paviano 2006 den Start in ihre Selbstständigkeit gewagt. Aber die gebürtige Görlitzerin weiß, wie aus ihrem Wiener Traum ein Freudenstädter Märchen wurde. Seit vier Jahren ziehen Paviano und ihr Mitgesellschafter Swen Kaube-Becher an einem Strang. Zuvor hatten die beiden als Frühstückschefin und Küchenchef in einem Hotel gearbeitet. „Dabei haben wir schon etwas zusammen geschafft“, erzählt die 37-Jährige und deutet damit an, worauf es den beiden ankommt: Teamwork. Sie als gute Seele des Restaurants, die für ihre zwei Servicekräfte mehr Freundin als Chefin ist und er, der Abläufe organisiert und managt. Zwei Jahre lang haben sie gemeinsam gekämpft, dann den Betrieb 2008 von einem Café in ein Restaurant umgewandelt – mit allen Chancen und Risiken.

Beliebt in Freudenstadt: Doreen Paviano und Swen Kaube-Becher im Wiener Traum„Immer wieder wurden wir gefragt, warum wir keine Pommes anbieten“, berichtet Paviano. Gesagt, gewagt: Erst servierte das gemischte Doppel mittags Bratkartoffeln, dann arbeiteten die beiden kontinuierlich an ihrer Speisekarte. Heute gibt’s Schnitzelkreationen und 35 hausgemachte Flammkuchenspezialitäten – zu fairen Preisen versteht sich. Aber ohne eigenes Kapital oder die spezielle finanzielle Förderung hatte es das vierköpfige Team schwer. Die Schuldenlast drückte. Was tun? „Durchhalten. Es gibt für alles eine Lösung, wenn man will und ein gewisses Risiko eingeht“, erklärt Swen Kaube-Becher. Werbung für den Mittagstisch machte er bei den Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr, die nicht nur ihre Mittagspause ins Restaurant verlegten, sondern sich heute auch zum Stammtisch an der Straßburger Straße treffen. Die beiden wagten viel Ungewöhnliches. Der Ruhetag wurde sofort eingestellt. Heute gibt es ein Gutscheinbuch (zweimal essen, einmal zahlen) und Bonuskarten. Jedes Getränk und jedes Essen wird abgestempelt. Als Belohnung gibt’s pro Nase ein Freigetränk. „Wir wollen unsere Gäste gern wieder sehen“, sagt Paviano. Sie fragt nach, kennt die Sorgen und Glücksmomente ihrer Gäste. „Ich bin ein familiärer Typ und niemand, der von links oder rechts bedient“, erklärt die Inhaberin. Das kommt gut an und beschert der Flammkuchenmanufaktur Wiener Traum viele Stammkunden – besonders freitags, wenn ab 18 Uhr das Team die elsässische Spezialität zum halben Preis serviert. „Wenn es klappt, sind wir 2011 schuldenfrei“, schätzt Paviano. Ein Erfolg, den sie noch vor einen Jahr kaum zu hoffen gewagt hätte. www.wiener-traum.de

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