Mit exklusiven Torten zur Top-Unternehmerin
Heike Krohz hat ihren Torten- und Patisserieservice zweimal innerhalb von vier Jahren aufgebaut
Heike Krohz liebt ihre Arbeit als Konditorin und ihre drei Kinder. Um beides unter einen Hut zu bekommen, macht sie sich Ende 2005 im Alter von 33 Jahren mit dem Torten- und Patisserieservice „süß und salzig“ im nordfriesischen Niebüll selbständig. Doch gerade, als sich 2007 der Erfolg einstellt, muss sie mit ihrer Familie ans andere Ende Deutschlands umziehen. Ausgerechnet in Süßen bei Göppingen in Baden-Württemberg startet sie im Oktober 2009 neu durch und baut ihr Geschäft zum zweiten Mal auf.
Heike Krohz hat das Konditorhandwerk von der Pike auf gelernt. Nach der Gesellenzeit findet sie in einem Sternerestaurant „Zur Alten Post“ als Chef de partie Patisserie eine spannende berufliche Aufgabe – und ihren späteren Ehemann. Als junge Mutter stellt sich für die kreative Frau die Frage, wie sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Eines Tages kreiert sie für Bekannte ein Kuchenbüffet zu deren Rubinhochzeit – und stößt bei den Gästen auf tolle Resonanz. „Bald bekam ich immer mehr Anfragen“, erzählt die Unternehmerin. Ende 2005 fällt schließlich der Startschuss für ihren Torten- und Patisserieservice „süß und salzig“. Ihre Meisterprüfung hat sie zu diesem Zeitpunkt zwar längst bestanden, doch was sie bei der Gründung eines eigenen Unternehmens alles beachten muss, hat sie nicht gelernt. Nach einigen Monaten Vorbereitung und der Umwandlung der ehemaligen Privatküche im Haus der Familie in Niebüll in eine gewerbliche Backstube nimmt die seinerzeit 33-Jährige im Dezember 2005 offiziell den Betrieb auf. Ihr Ziel: Torten, Kuchen und pikante Backwaren, qualitativ hochwertig und individuell gestaltet, für eine zahlungskräftige Klientel anbieten.
Heike Krohz hat das Konditorhandwerk von der Pike auf gelerntMit Eigenkapital, einer Finanzspritze aus dem Familienkreis und einem Kredit der Hausbank von 5.000 Euro richtet sie ihre Backstube professionell ein. Die Gewinne der folgenden Jahre reinvestiert sie sofort, um ihre Ausstattung auszubauen, so dass sich ihre Investitionen insgesamt auf rund 30.000 Euro belaufen. Mit der klaren Ausrichtung, nur Angebote im hochwertigen Segment zu machen, gewinnt die Konditorin schnell den gewünschten Kundenstamm. Als die Einzelunternehmerin Ende 2006 beim „VR Förderpreis Handwerk Schleswig-Holstein“ den zweiten Platz belegt und dabei manch gestandenen Mittelständler hinter sich lässt, ist das Eis endgültig gebrochen, die Geschäfte laufen prächtig. Die mehrstöckigen Hochzeitstorten, an denen sie zehn bis zwölf Stunden arbeitet, Cupcakes und Muffins mit liebevoller Dekoration sowie Canapés und Fingerfood für verwöhnte Gaumen sind bei der Kundschaft heiß begehrt. Doch die aufstrebende Unternehmerin kann diese Erfolge nur kurze Zeit genießen. Bald zeichnet sich ab, dass Heike Krohz mit der ganzen Familie – inzwischen hat sie drei Kinder – erneut umziehen muss. Ihr Mann tritt eine neue Stelle in Baden-Württemberg an: „Das war für mich zunächst furchtbar, ich hatte viel Herzblut in den Aufbau meines Unternehmens gesteckt.“
Doch sie wagt einen zweiten Anlauf, investiert noch einmal viel Geld in Ausstattung und Werbung. Nach den Umbauarbeiten startet sie mit „süß und salzig“ im Oktober 2009 voller Optimismus wieder fast bei Null. Zwar kann sie die Einrichtung ihrer Backstube mitnehmen, doch allein der Ausbau im neuen Haus der Familie schlägt mit rund 15.000 Euro zu Buche. Andererseits sind die Jahre in Nordfriesland für die Unternehmerin heute ein wichtiges Kapital. „Damals habe ich schnell gelernt, was funktioniert und was nicht, und kann heute viel zielgerichteter Kunden akquirieren“, sagt Heike Krohz. So hat sie an ihrem neuen Wohn- und Geschäftsort bereits zahlreiche Kontakte zu Brautmodegeschäften und Feinkostanbietern geknüpft, mit denen sie Werbepartnerschaften eingegangen ist. „Ich bin innerhalb eines Jahres in der Gewinnzone“, sagt sie voll Selbstbewusstsein.
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