
Vom Kinobesuch bis zur mehrwöchigen Urlaubsreise: Alexander Arnold hilft, dass Menschen mit Behinderung am prallen Leben teilhaben. „Weg vom klassischen Hilfsangebot, hin zu flexiblen Lösungen in der Behindertenpflege" - mit dieser Idee gründete er seine „ReiseAssistenz" für die Freizeitgestaltung dieser Menschen. Doch mittlerweile ist aus dem Projekt viel mehr geworden als nur eine Reise- oder Freizeitbegleitung.
Alexander Arnold: „Wir ersetzen die Arme und Beine unserer Kunden – nicht aber ihren Kopf.“
„Ich war lange Zeit als Sozialarbeiter in der Behindertenpflege tätig", erzählt der gelernte Heilerziehungspfleger. „Dort musste ich immer wieder feststellen, dass klassische Angebote oft nicht die Wünsche der Menschen mit Behinderung erfüllen. Denn auch sie wollen ins Kino, in den Urlaub oder einfach mal an die frische Luft." Genau damit hat sich Alexander Arnold 2009 selbständig gemacht.
„Wir betreuen genauso die junge Rollstuhlfahrerin, die gerne ins Kino gehen möchte, wie den älteren Herren, der schon immer von einer Kreuzfahrt geträumt hat", zählt Alexander Arnold auf. Sein junges Konzept hat er „auf Wunsch der Kunden" bereits erweitert. „Wir sind mittlerweile rund um die Uhr für unsere Kunden da und begleiten sie bei ihrem gesamten Tagesablauf. Wir helfen bei der Installation von neuer Software auf dem PC, betreuen medizinisch oder haben einfach ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte", erzählt der 29-Jährige.
Doch da liegt auch die Schwierigkeit. „Ein normaler Pflegedienst kommt drei Mal in der Woche für wenige Stunden. Wir sind aber auf Wunsch 24 Stunden, sieben Tage in der Woche für unsere Kunden im Einsatz - da kommt natürlich auch einiges an Kosten zusammen", bringt es Alexander Arnold auf den Punkt. „Die Behörden haben ein Problem damit, dass sie uns in keine vorgefertigte Branche oder Schiene packen können, da wir etwas ganz Neues anbieten. Deshalb gibt es auch oft Probleme bei der Beantragung der Gelder für die Pflege und Betreuung." Man kann das Angebot über die Sozial- oder Eingliederungshilfe finanzieren, „aber die Behörden sehen nicht ein, warum Menschen vom Wohnheim zurück in eine eigene Wohnung sollen, wenn Ersteres doch viel günstiger ist." Nur Beharrlichkeit und zur Not auch rechtliche Schritten helfen da. Und Alexander Arnold beweist, dass es geht, denn er kann immer mehr zufriedene Menschen zu seinen Kunden zählen.
„Uns ist es das Wichtigste, dass diese Menschen wieder selbstbestimmt und eigenständig leben können. Was genau gemacht wird, entscheiden sie selbst, denn wir ersetzen nur ihre Arme und Beine, nicht aber ihren Kopf", betont der 29-Jährige.
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