
Manchmal ist weniger einfach mehr. Im Fall von Jens Dubiel trifft dieses geflügelte Wort den Nagel auf den Kopf. Um sein 1989 gegründetes Unternehmen zu retten, stößt der Tischlermeister fast all seine Geschäftsfelder ab - und spezialisiert sich vor knapp zehn Jahren voll und ganz auf die Anfertigung maßgeschneiderter Holzfenster. Eine Maßnahme, die die Dubiel Fenster GmbH in ihrer Branche zur Nummer eins in Sachsen aufsteigen lässt.
Holzfensterbauer Jens Dubiel bewies Mut zur Konzentration auf das Wesentliche
2001 ist für Jens Dubiel der Zeitpunkt gekommen, an dem er handeln muss. Sein mit viel Hingabe geführter Familienbetrieb, die Tischlerei Dubiel, steht trotz ausgelasteter Kapazitäten auf der Kippe. „Aufgrund der immer tiefer sausenden Marktpreise war unsere aufwändige Arbeitsweise einfach nicht mehr kostendeckend", erinnert sich der Schreiner. Jens Dubiel trifft daraufhin eine mutige Entscheidung: Er sattelt quasi komplett um, vom „Tischler zum Fenster- und Haustürenhersteller", wie es der heute 46-Jährige beschreibt. Eine Frischzellenkur, die es in sich hat. „Wir haben einen Container geholt und die Firma radikal entschlackt. Produkte, Leistungen und Kunden wurden aussortiert. Zudem haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern eine leistungsorientierte Entlohnung erarbeitet, dazu gehörte eine tägliche Soll-Ist-Prognose." In einem letzten Schritt wird auch die Haustürenproduktion wieder ad acta gelegt. Der unternehmerische Fokus gilt ab diesem Augenblick allein der Herstellung individueller Holzfenster - mit modernster Technik und handwerklichem, künstlerischem Geschick. Das Spezialgebiet: Die Ausstattung denkmalgeschützter Stadthäuser. „Keiner hat geglaubt, dass dieses Konzept aufgehen kann. Aber es klappt", freut sich Jens Dubiel, der aktuell 14 Leute beschäftigt. Die Fensterbauer haben sich in Sachsen zur Top-Adresse entwickelt. Dazu flattern vermehrt auch Aufträge aus ganz Europa ins Haus. Motivierte Mitarbeiter, Disziplin, Zuverlässigkeit, ein umfassender Service und herausragende Qualität sind laut Dubiel die entscheidenden Zutaten für das Erfolgsrezept. Und der Mumm, unkonventionelle Wege zu beschreiten. „Wenn alle sagen, das wird nichts, bin ich auf der richtigen Spur", lautet sein Credo.
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