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Torsten Dietel kämpfte sich nach der Wende ganz nach oben - vom Arbeitslosen zum erfolgreichen Firmenchef

Als Torsten Dietel 1996 seine Arbeit verliert, sitzt der Frust tief. Doch der damals 26-Jährige ist ein zäher Bursche und ergreift die Initiative. Mit seinem damals nicht gerade zeitgemäßen Steckenpferd - Oldtimer und Motorräder aus der DDR - macht er sich selbständig. Was niemand glauben wollte: „Dietel Fahrzeugteile" wird zum Erfolgsmodell.
Einen Kredit zur Firmengründung? Fehlanzeige. Kein Banker will nach der Wende auch nur eine Mark lockermachen für veraltete ostdeutsche Fahrzeugtechnik. Torsten Dietel will dagegen auf keinen Fall Langzeitarbeitsloser werden. Ein bisschen Geld hat er sich auf die Seite gelegt, als er noch als Kfz-Mechaniker angestellt war. Nun kratzt der Oldtimer-Fan die letzten Reserven zusammen und gründet 1997 „Dietel Fahrzeugteile" - gegen den Rat aller Bedenkenträger. „Nicht viele haben mir eine Chance eingeräumt", erinnert er sich.
Aber schnell wird klar, der damals 26-Jährige hat eine echte Nische entdeckt: den präzisen Nachbau von Ersatzteilen für klassische DDR-Motorräder. Schnell holt er die ersten Aufträge ein, bald schon kann er Mitarbeiter einstellen. Die Erträge werden gleich wieder in die Firma investiert. Als erstes muss eine Maschine zur Herstellung von Motorradspeichen her - Kostenpunkt 60.000 Euro. „Ein Außenstehender kann sich schwer vorstellen, welch anspruchsvolle Technik selbst hinter kleinen Ersatzteilen steckt", betont der Kfz-Experte. So kostet allein das Werkzeug für Kunststoffsatteldecken über 15.000 Euro.
Heute ist Torsten Dietel so erfolgreich, dass er sogar die Konkurrenz, die es nicht schafft, Teile in gleicher Qualität termingerecht herzustellen, beliefert. Vom Tankdeckel für den IWL-Roller über nostalgische cremefarbige Satteldecken bis hin zur „Befestigungsschraube für Lichtmaschinenanker (Linksgewinde)" für die Motorrad-Legende AWO-T
bietet er in seinem Geschäft in Oberböhmsdorf/Schleiz (und auf http://www.dietel-fahrzeugteile.de/) fast jedes Fahrzeugteil an. Die Kunde vom Ex-Arbeitslosen, der es zum erfolgreichen Firmengründer geschafft hat, macht die Runde: 2002 wird Torsten Dietel zum Unternehmer des Jahres gekürt. Heute beschäftigt er drei Mitarbeiter.

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