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Frisch ans Nasch-Werk!

Für Karin Finger und ihre Schokoladen-Manufaktur brechen nach den ersten Wirren der Krise wieder süße Zeiten an. Das Erfolgsrezept: Sinn fürs Geschäft und eine ordentliche Portion Kämpfergeist.

Mit Nervennahrung ist Karin Finger in der Goethe Schokoladentaler Manufaktur bestens ausgestattet. Vor einem Jahr konnte sie diese auch selbst gut gebrauchen: Die Wirtschaftskrise trifft ihre Kunden aus der Hotellerie und damit auch ihren Betrieb. Im ersten Halbjahr 2009 sinkt der Umsatz der Manufaktur auf unter 50 Prozent des Vorjahres. Die Produktion muss Kurzarbeit anmelden. Auch in der neuen Filiale bleibt der Verkauf hinter den Erwartungen zurück. Mit Hilfe von Freunden und Experten arbeitet Karin Finger neue Geschäftsstrategien aus und setzt sie eifrig in die Tat um. Mit Erfolg: Die Umsätze ziehen wieder an und die Manufaktur erreicht 2009 einen Jahresabschluss von 27 Prozent über Vorjahr. Endlich wieder auf der Schokoladenseite des Lebens: Karin Finger und Mitarbeiter der Goethe Schokoladentaler Manufaktur.

Jeden Tag feinste Schokolade. Das ist für viele ein hüftgoldener Traum - für Karin Finger ist das Standard. Als Inhaberin der Goethe Schokoladentaler Manufaktur ist sie seit 2005 auf die Herstellung von Schokoladen, Pralinen, Konfitüren und Chutneys spezialisiert. Was mit zwei Mitarbeitern und wenigen Produkten anfängt, entwickelt sich zu einem 20-Mann-Betrieb mit wachsender Kundschaft, vorwiegend aus dem Bereich der 5-Sterne-Hotellerie. Pralinenkurse und Wettbewerbe gehören schon damals zum Marketingkonzept. Und das geht auf: Regionale Gourmetführer und das Fernsehen berichten über die Bad Frankenhauser Manufaktur und ihre liebevollen Schokoladen-Kreationen.

2007 wird eine neue Filiale in Leipzig eröffnet, die aber schon ein Jahr später weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Zeitgleich platzt die Wirtschaftskrise herein. Viele Kunden aus der Hotellerie fahren ihre Aufträge zurück. „Das war eindeutig existenzbedrohend", sagt Karin Finger. Ihre Produktion meldet Kurzarbeit an. Die 52-Jährige bekommt Tipps von Freunden und Bekannten, holt den professionellen Rat einer Akademie und einer Werbeagentur ein - und dann geht‘s los: Das Service-Personal erhält Schulungen, um frische Zielgruppen anzusprechen, ein neues Vertriebskonzept wird auf die Beine gestellt, und die Website der Manufaktur bekommt eine Verjüngungskur. Besonders intensiv arbeitet die gelernte Betriebswirtin gemeinsam mit ihrem Team am Aufbau neuer Netzwerke, zum Beispiel durch aktive Mitgliedschaft in Wirtschaftsverbänden. Das größte Projekt ist die Einführung der „biokolade": ein BIO-zertifizierter Schokoladenriegel in neun fantasievollen Sorten, der Anfang 2010 auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln seinen ersten Auftritt hat.

Mit diesen Neuerungen ist die Manufaktur flexibel aufgestellt und wieder auf der Schokoladenseite des Lebens angekommen. 2009 konnte sie mit einem Jahresabschluss von 27 Prozent über Vorjahr abschließen. „Das Entscheidende war, dass wir in neue Wege investiert haben, obwohl die wirtschaftliche Lage schlecht war", so Karin Finger. Als Nächstes steht die Eröffnung einer neuen Filiale in Erfurt auf dem Plan, für die die Geschäftsfrau bis zu acht neue Mitarbeiter einstellen wird. „Niemals kampflos aufgeben" ist ihre Devise. „Und sollte es doch mal anstrengend werden, gibt es in meiner Manufaktur genug Schokolade zur Stimmungsverbesserung."


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