
Dr. Herwig von Nettelhorst ist ein Mutmacher: Mit seinem Engagement und Einsatz, seinen unternehmerischen Ideen und seiner Überzeugungskraft beeindruckte er die Jury der Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation" von DasÖrtliche, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und dem Magazin impulse. Der Inhaber der getemed Informations- und Medizintechnik AG aus Teltow ist damit der Mutmacher aus Brandenburg und vertritt sein Land gegen die 15 Konkurrenten der anderen Bundesländer bei der Wahl zum „Mutmacher der Nation". Diese findet auf einer festlichen Gala am 28. November in Berlin statt.
Als sein Sohn auf die Welt kam, änderte sich von Nettelhorsts Leben. Ein Professor erzählte dem Vater vom plötzlichen Kindstod. Das Thema ließ dem Ingenieur aus Teltow keine Ruhe. 1986 brachte er den ersten Monitor zur Überwachung Neugeborener auf den Markt. Eine glatte Erfolgsgeschichte sollte man meinen. Doch die Schwierigkeiten, auf die der Jung-Unternehmer damals stieß, hätten ihn fast die Existenz gekostet.
Sein Unternehmen „getemed AG" ist heutzutage Marktführer bei Langzeit-EKG-Systemen und Home-Monitoring von Neugeborenen in Deutschland. Jahresumsatz: zehn Millionen Euro. Und dennoch wäre Anfang der 1990er Jahre beinahe alles aus gewesen.
Fünf Jahre zuvor hatte von Nettelhorst gerade seine sichere Stelle in der Leitung eines biotechnischen Unternehmens gekündigt und war Chef seines eigenen Unternehmens geworden. „Alle erklärten mich für verrückt, aber ich glaubte an meine Idee." Zu Recht - allerdings machte von Nettelhorst einen entscheidenden Fehler, den er teuer bezahlen sollte: „Als Ingenieur lag mir die Entwicklung am Herzen. Für das Kaufmännische und den Vertrieb suchte ich mir einen Partner."
Aber die Zusammenarbeit läuft nicht gut. Als die beiden sich 1991 trennen, muss von Nettelhorst auf einen Deal eingehen: Um die Rechte an seinen Entwicklungen zu behalten, muss er dem Kompagnon die Firma abtreten. Als Unternehmer muss er wieder bei Null anfangen. „Das waren die schlimmsten Stunden meines Lebens", erinnert sich der heute 62-Jährige. Trotzdem lehnt er ein neues Stellenangebot seiner alten Firma ab. Sogar sein Haus verpfändet von Nettelhorst für den Neuanfang.
„Wir starteten 1991 mit vier Personen in einer fast aussichtslosen Lage", sagt der Unternehmenschef. Und daraus machte das engagierte Team nahezu Unglaubliches. Denn heute ist die getemed AG mit ihren 50 Mitarbeitern in einigen Bereichen wie der Überwachung von Risikoneugeborenen im ambulanten Bereich sogar Marktführer in Europa. Seit 2006 sind die getemed EKG-Systeme auch in den USA gesetzlich zugelassen.
Seine Überzeugung, dass er mit seinem Wissen und Können anderen Menschen das Leben retten kann, war und ist bis heute sein Antrieb zum Weitermachen. Deshalb denkt der 62-Jährige auch lange noch nicht ans Aufhören: „Es gilt noch viele neue Therapiemaßnahmen zu entwickeln - und darauf freue ich mich sehr." Aufgrund dieses außergewöhnlichen Engagements ist Dr. Herwig von Nettelhorst nun bei „Mutmacher der Nation", der Mittelstandsinitiative von DasÖrtliche, dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken und dem Magazin impulse, für den Landessieg in Brandenburg nominiert.
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