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Jochem Kirschbaum, Geschäftsführer der Berolina Plastic

Gut verpackt ist halb verkauft

Jochem Kirschbaum setzt auf den Standort Deutschland

2004 übernahm Jochem Kirschbaum zwei Berliner Unternehmen: DORO und Berolina-Plastic. Die beiden Betriebe sind seit 40 Jahren am Markt und gelten als führende Hersteller und Händler von Kunststoffverpackungen. Entlassungen waren für ihn undenkbar, er setzte auf Wachstum. Dabei zählt für Kirschbaum auch die soziale Verantwortung zu den Qualifikationen eines Unternehmers: „Meine Angestellten leben in Berlin. Dann sollen sie auch hier ihr Geld verdienen."

DORO fungiert als Produzent. Die Produkte werden von der Berolina vertrieben. 1999 wurde Kirschbaum in der Firma Berolina angestellt. „Vieles in dem Betrieb wurde neu strukturiert", beschreibt der 44-Jährige die Situation zu jener Zeit. Daher setzte er sich schon früh für einen steten Aufbau des Unternehmens ein - in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Inhaber Frank D. Hagemann. In den folgenden Jahren erreichten die beiden Firmen eine jährliche Umsatzsteigerungsrate von 10 Prozent. Und als der Eigentümer 2004 aus Altersgründen über die Zukunft der Unternehmen nachdenken musste, war Kirschbaum schnell als passender Nachfolger gefunden. „Das Problem zu diesem Zeitpunkt war, dass ich kaum die finanziellen Mittel für eine Übernahme hatte. Ich konnte zum Beispiel bei Lieferanten nicht in Vorleistung treten", so Kirschbaum.

Um Kredite zu erhalten, erstellte er einen umfangreichen Businessplan. Damit konnte er die Volksbank und die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg überzeugen. Die Bürgschaftsbank übernahm eine Bürgschaft für einen Kredit gegenüber der Hausbank. Mit deren Hilfe erhielt er die fehlenden Eigenmittel - und endlich die erhoffte Sicherheit. „Zu beiden Banken habe ich immer noch ein hervorragendes Verhältnis. Alles offen legen, nur das hilft. Ich möchte ja etwas von den Banken - da muss ich auch etwas geben", sagt Kirschbaum. Der Unternehmer hatte dadurch die Möglichkeit, Rohstoffe für seine Verpackungsfolien günstiger einzukaufen. Und er investierte in neue Maschinen. Das zahlte sich aus: Die Produktion konnte ausgebaut werden und der Umsatz stieg. Im nordrhein-westfälischen Neuss entstand ein weiteres Verkaufsbüro. 21 Mitarbeiter sind mittlerweile in den beiden Betrieben beschäftigt.

Bei Berolina läuft alles rundDoch am liebsten ist Kirschbaum „draußen beim Kunden." Er sieht auch heute noch seine Aufgabe darin, Großabnehmer von seinen Verpackungsmöglichkeiten zu überzeugen. „Viele Auftraggeber planen für die Verpackung ihres Produktes nur 5 Prozent der Gesamtkosten ein. Da muss man sich zusammen so manche Überlegungen machen." Daher liefert Berolina-Plastic nicht nur Standartlösungen, sondern stellt sich auf individuelle Kundenwünsche ein. In 10 Jahren sieht sich Kirschbaum immer noch am Standort Berlin-Reinickendorf. „Die Hauptproduktion bleibt in Deutschland. Denn langfristig gesehen, werden die Lohnnebenkosten auch in den östlichen EU-Ländern steigen", beschreibt er die Zukunftsaussichten. Nun bewirbt sich Jochem Kirschbaum bei „Mutmacher der Nation". Die Mittelstands-Initiative von DasÖrtliche, den Bürgschaftsbanken und „impulse" stellt solche vorbildlichen Unternehmer der Öffentlichkeit vor.

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