Paket-Drohnen – Zwischen Fiktion und Realität

Luftpost für jedermann – wenn es nach dem Willen von Google und Amazon geht, könnte das bald Realität werden. Denn die beiden Internetgiganten arbeiten separat an Projekten zur Entwicklung und Verbesserung von Paket-Drohnen. Diese sollen in nicht allzu ferner Zukunft die herkömmlichen Pakettransporte abschaffen. Aber wie weit sind die Projekte bisher vorangeschritten? Und ist der Vormasch der Boten-Drohnen wirklich schon bald vorstellbar?

Paket-Drohnen für Jedermann – der Stein des Anstoßes

Zukunftsvision: Luftpost per Drohne

Das Interesse der Medien wurde das erste Mal im Dezember 2013 auf die Idee einer Paket-Drohne gelenkt, als Amazon in einer Pressemitteilung erklärte, an einem Projekt zu arbeiten, das in der Zukunft die Auslieferung von Paketen per Minidrohne ermöglichen soll. Damit griff das Unternehmen die Idee des amerikanischen Pizza-Services Domino’s auf, der bereits im Sommer 2013 – mehr zu Werbezwecken – einige Pizzen per Fluggerät zu seinen Kunden beförderte.

Doch Amazon sieht in dem Drohen-Transport die Zukunft der Paket-Auslieferung. Wenn es nach dem Willen des Online-Versandhandels geht, dann soll in der Zukunft zwischen der Bestellung eines Pakets und der Auslieferung nicht mehr als 30 Minuten vergehen.

Google vs. Amazon

Nach der Ankündigung von Amazon zog der Onlineriese Google nach und stellte Anfang 2014 sein eigenes Projekt zum Einsatz von Boten-Drohnen vor. Es gab auch schon erste Testflüge in unbewohnten Gegenden von Australien, um auszuloten, wie weit eine Drohne der aktuellen Generation fliegen kann, welche Geschwindigkeiten realisierbar sind und wie belastbar die kleinen Flugmaschinen sind. Wozu Google das Paket-Drohnen-Projekt allerdings in der Zukunft einsetzten könnte, wurde bisher noch nicht geklärt.

Derzeitiger Entwicklungsstand

Google und Amazon sind bereits intensiv dabei, eigene Transport-Drohnen zu entwickeln, die zum schnellen Transport kleiner und größerer Pakete eingesetzt werden können. Aber auch die deutsche Post hat im September 2014 ein erstes Drohnen-Projekt auf den Weg gebracht. Der „DHL-Paketkopter“, wie das Fluggerät der Post heißt, soll zwischen Deich in Niedersachsen und der ostfriesischen Insel Juist hin- und herfliegen und zunächst nur Pakete mit Medikamenten transportieren.

Für die Strecke von 12km braucht die Drohne bei optimalen Wetterbedingungen und einer Spitzengeschwindigkeit von 18m/s (umgerechnet knapp 65km/h) gerade mal 11 Minuten. Gesteuert wird der DHL-Paketkopter von einem integrierten Autopiloten, kann aber vom Boden aus jederzeit übernommen werden, wenn die Drohne ihre Route verlässt. Allerdings kann die Flugmaschine zur Zeit nur Pakete in der Größe eines Schuhkartons tragen, was die Transportlast auf einige wenige Kilogramm reduziert.

Die Hürden der Boten-Drohne

Auch wenn alle Mitstreiter im Wettlauf um die Drohnen-Entwicklung zum schnellstmöglichen Zeitpunkt ihre eigene Luftversand-Methode einführen wollen, wird es noch eine Weile dauern, bevor der Himmel von Drohnen bevölkert werden kann. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Drohnen-Technologie noch nicht so fortgeschritten, dass die kleinen Fluggeräte auch größere Pakete über längere Strecken transportieren könnten. Zum anderen bremst die Justiz die Drohnen-Entwicklung noch stark aus, da man befürchtet, dass die Fluggeräte auch zum unerlaubten Filmen oder Abfotografieren benutzt werden könnten. Für Projekte wie den DHL-Paketkopter mussten deshalb alle Behörden und Gemeinden um Erlaubnis gebeten werden. Damit in Zukunft die Drohnen fliegen dürfen, muss also erst eine einheitliche Gesetzesgrundlage geschaffen werden.

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