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Startup gründen – Scheitern oder Durchstarten?

Es ist nicht lange her, da wurde man schon fast belächelt, wenn man kein Startup gründete – und auch nicht vorhatte, dies zu tun. Dennoch: Auch im Jahr 2017 ist das Thema „Startup gründen“ für viele (Jung-) Unternehmer, bzw. Gründer, die Unternehmer werden wollen, hochaktuell. Berlin ist das Paradebeispiel der Gründerszene: ganze Gebäudekomplexe stehen dort zur Verfügung. Wie die Legebatterien liegt ein Startup neben dem anderen, man sieht junge Burschen, die rund um die Uhr für Praktikantengehälter an einer Geschäftsidee arbeiten, Gemeinschaftsräume mit dem obligatorischen Kicker-Tisch und Experten für Recht und Steuern tun ihr übriges. Hype, Wahnsinn oder schon Normalität? Wir wollen das Thema Startup einmal näher beleuchten.

Was ist eigentlich ein Startup?

Eine in Stein gemeißelte Definition für den Begriff „Startup“ gibt es nicht. Allgemein sollte ein Startup aber folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Es soll „jung“ sein (laut deutscherstartupmonitor.de jünger als zehn Jahre)
  • Es muss innovativ, wenn nicht sogar hochinnovativ sein
  • Es soll ein starkes Wachstum anstreben (an Mitarbeitern und/oder finanziell)

Letzterer Punkt dürfte allerdings auch von vielen anderen Unternehmen avisiert werden. Ohne, dass man sie als Startup bezeichnen würde.

Das Risiko, ein Startup zu gründen

Ohne ein düsteres Bild malen zu wollen: Nur wenige Startups schaffen es, irgendwann zumindest rentabel zu sein. Und so richtig durch die Decke gehen die wenigsten. Das liegt aber in der Natur der Sache: Ein (hoch) innovatives Produkt – bzw. eine Dienstleistung – ist das eine, dieses Produkt oder die Dienstleitung an den Kunden zu bringen, das andere. Da spielen viele Faktoren wie Distribution, Marketing etc. eine Rolle. Dem einen oder anderen Startup geht auch irgendwann das Geld aus. Oder man wird vom Wettbewerb ausgestochen. Oder man hat mit den falschen Partnern kooperiert. Hinzu kommt, dass viele Gründer relativ jung sind; sie sind zwar enthusiastisch, euphorisch und innovativ. Doch es fehlt auf der anderen Seite die Erfahrung im Geschäftsleben, und so ist schon so manch hoffnungsvolles Startup trotz bester Voraussetzungen gescheitert.

In diesem Zusammenhang: Über die Hälfte der Gründer ist 34 Jahre und jünger, allerdings verfestigt sich der Trend, dass die Gründer im Schnitt älter werden. So ist der Anteil der über 45-jährigen zwischen 2013 und 2016 von 9,6 % auf 19,7 % gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt (Quelle: deutscherstartupmonitor.de).

Was ist steuerlich zu beachten, wenn man ein Startup gründet?

Wer sich selbstständig machen will, braucht einen Businessplan über mehrere Jahre, der möglichst viele Eventualitäten berücksichtigt. Damit ist es aber längst nicht getan. Gründer begehen immer wieder Fehler in der Wahl der Rechtsformen ihrer Unternehmen, da sie deren (spätere) Relevanz nicht abschätzen können. Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG oder Personengesellschaften wie GbR und OHG weisen ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile auf, die es schon in der Gründungsphase zu berücksichtigen gilt. Es ist also ganz klar zu empfehlen, von Beginn an auf professionellen Rat zu vertrauen. Immer mehr Steuerberater, wie etwa die Kanzlei Böttcher aus Hamburg, spezialisieren sich dabei auf Steuerberatung für Gründer und Startups.

Was ist in Bezug auf Steuern bei der Gründung eines Startups zu beachten?

  • Rechtsformen – was ist, gerade auch langfristig, die richtige Unternehmensform für mich?
  • Standort – wo kann ich ggf. Steuern sparen?
  • Patentschutz – melde ich meine Patente besser im Ausland an?
  • Steuervorauszahlungen – setze ich diese anfangs lieber höher an, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden?
  • Freibeträge – wo kann ich Steuern sparen (z.B. bei der Beschäftigung von Familienmitgliedern)?
  • Buchhaltung – wie vermeide ich die alltäglichen Fehler (Belege ohne richtige Umsatzsteuer ausgewiesen, Aufbewahrungspflicht etc.)?

Viele denken: Das bisschen Steuern macht sich von allein – und verschenken dadurch jede Menge Geld. Also sollte man lieber einen anständigen Steuerberater im Boot haben, als nachher in die Röhre zu schauen.

Möglichkeiten der Finanzierung

Wer ein Startup gründen will, braucht Geld. Laut deutscherstratupmonitor.de finanzieren sich ca. 20 Prozent aller Gründer ausschließlich aus eigenen Ersparnissen. Bei allen anderen ist (auch) fremdes Kapital im Spiel. Geldgeber sind in erster Linie Eltern, andere Verwandte und Freunde, aber auch Fördermittel des Staates wird von vielen Startup-Gründern in Anspruch genommen.

Business Angels werden Investoren genannt, deren Ansinnen es ist, junge Unternehmen mit Geld (gegen eine gewisse Beteiligung) und Know-how zu unterstützen, speziell in der der Frühphase der Unternehmensgründung, wenn beispielsweise Prototypen gebaut werden müssen. Venture-Kapital kommt dagegen von Beteiligungsgesellschaften, die sich eine hohe Rendite für ihren finanziellen Einsatz erhoffen. Einige Startups generieren auch Crowdfunding, und natürlich kommen auch die guten alten Kredite von Geldinstituten zum Einsatz.

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