Technologische Singularität und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die Arbeitswelt verändert sich durch die rasante Zunahme von künstlicher Intelligenz. Maschinen übernehmen immer mehr Aufgaben, die früher Menschen erledigt haben. Es gibt Theorien, wonach es bald zur technologischen Singularität kommt und die künstliche Intelligenz die Leistungsfähigkeit des menschlichen Verstandes überholt. Doch bereits jetzt haben Automatisierung und Digitalisierung starke Auswirkungen auf die Erwerbsstruktur.

Technologische Singularität: Begriffsklärung

Der Begriff „technologische Singularität“ kommt aus der Zukunftsforschung und beschreibt den Zeitpunkt, an dem die künstliche Intelligenz die menschliche übertrifft und sich selbstständig weiterentwickelt. Der technologische Fortschritt erreicht irgendwann die Schwelle – so die Theorie – an der der menschliche Intellekt nicht mehr mithalten kann. Eine Komponente, die mit der technologischen Singularität in Verbindung gebracht wird, ist der exponentielle Anstieg der Rechenleistung. So besagt das Mooresches Gesetz, dass ich die Zeitabstände, in denen sich die Rechenleistung von Computern verdoppelt, seit etwa 1940 zunehmend kürzer werden.

Als weitere Grundbedingung für eine technologische Singularität muss eine starke künstliche Intelligenz entstehen. Im Unterschied zur schwachen Intelligenz werden nicht nur Aufgaben anhand eines Algorithmus bewältigt. Vielmehr ist die starke Intelligenz nicht mehr auf eine Aufgabe beschränkt, sondern entwickelt sich selbst fort. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die menschliche Intelligenz nicht mehr mithalten kann. Man spricht auch von Superintelligenz. Mit dem Begriff der technologischen Singularität sind zahlreiche Hoffnungen aber auch Ängste verknüpft. Unter dem Schlagwort Transhumanismus verbirgt sich beispielsweise die Hoffnung, mithilfe der technologischen Singularität die biologische Sterblichkeit zu überwinden.

Technologische Singularität und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Ob nun schwache oder starke künstliche Intelligenz vor oder jenseits der technologischen Singularität: Seit Längerem schon übernehmen Roboter und Maschinen die Arbeitsabläufe, die vorher Menschen ausgeführt haben. Vor allem in der Produktion laufen viele Prozesse bereits voll automatisiert ab. Und auch im Dienstleistungssektor sind Maschinen auf dem Vormarsch. Express-Kassen ohne menschliche Kassierer sind nur ein Beispiel. Ein sehr wahrscheinliches Szenario für die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, das sich bereits jetzt abzeichnet, ist dabei Folgendes:

  • Die Beschäftigungsstruktur ändert sich grundlegend. Der Arbeitsmarkt wird stark differenziert in geistig sehr anspruchsvolle Berufe und solche im Niedriglohnsektor.
  • Generell wird der Bedarf an Arbeitskräften aber immer geringer.
  • Die Menschen arbeiten zunehmend selbstständig, oft ohne Angestellte in Form sogenannter Ich-AGs.
  • Die sozialen Systeme, allen voran das Rentensystem, funktionieren nicht mehr, da nicht mehr genügend Menschen einzahlen.
  • Befristete Arbeitsverträge, Mini-Jobs, mehrere Jobs gleichzeitig: Das Ausmaß an prekärer Beschäftigung nimmt zu, während auf der anderen Seite wenig hoch qualifizierte Arbeitsstellen mit immer höheren Gehältern entstehen.

Mögliche Lösungen für die veränderte Arbeitswelt werden bereits diskutiert. Am prominentesten sind folgende Alternativen:

  • Verringerung der Wochenarbeitszeit: Wenn alle nur noch 30 Stunden in der Woche arbeiten – so die Idee – kann der Verlust an Arbeitsplätzen durch Automatisierung und Digitalisierung ausgeglichen werden. Der Profit großer Unternehmen wäre dennoch so groß, dass das volle Gehalt weiterbezahlt werden könnte.
  • Bedingungsloses Grundeinkommen: Nach diesem Konzept soll jede Person Anspruch auf ein Grundgehalt haben – unabhängig davon, ob sie arbeitet oder nicht. So sollen vor allem Unternehmensgründungen und neue innovative Ideen gefördert werden.
Posted in Arbeitsmarkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.