Wofür und wie nutzt die Wirtschaft USV-Anlagen?

USV-Anlagen – nie gehört? USV steht für „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“; USV-Anlagen sind also die Rettungssanitäter bei Stromausfall. Dabei ist eine Notfall-Stromversorgung für die Wirtschaft meist erheblich wichtiger als für Privathaushalte. Ein Stromausfall ist im Privatbereich höchst ärgerlich, aber in der Regel doch zu verschmerzen. (Dann bleibt halt mal die Küche kalt, Fernseher und Computer aus und man sitzt bei Kerzenschein daheim auf der Couch – signifikant übrigens, dass die Geburtenrate nach flächendeckenden, längeren Stromausfällen neun Monate später meist deutlich steigt.) Im größeren Rahmen, in der Industrie und Bereichen des öffentlichen Lebens, sind Stromausfälle weniger gut zu kompensieren; sie können zu großen finanziellen Schäden bis hin zu Gefährdung von Leib und Leben führen.

Die Stromversorgungssituation in Deutschland

Da Deutschland eines der weltweit besten Stromnetze hat – im Durchschnitt sind deutsche Haushalte laut Bundesnetzagentur von einem Stromausfall pro Jahr nicht einmal 13 Minuten betroffen –, kommt es glücklicherweise selten zu dramatischen Stromausfällen. Dennoch sind sie trotz bester Wartung und Vorkehrungen nicht auszuschließen und für die Zukunft eher mehr als seltener zu erwarten, gar nicht wegen schlechter Qualität der Netze, sondern vielmehr durch gezielte Angriffe von Hackern und Terroristen. Sicherheit bedeutet heute auch Kontinuität in der Stromversorgung, wie USV-Anlagen sie versprechen, um den Schutz der Infrastruktur zu gewährleisten.

Appell für ein neues Arbeitnehmer-Selbstbewusstsein

Damit die Wirtschaft brummen kann, muss der Strom fließen.
© istock/zhongguo

Wodurch kann es eigentlich zu Stromausfällen kommen?

Wenn der Strom in Privathaushalten ausfällt, ist das fast ausschließlich durch Wettereinflüsse und menschliches Versagen zu begründen. Schwere Stürme sorgen für beschädigte oder zerstörte Stromleitungen; Blitze können zu Spannungsspitzen führen, die irreparable Schäden verursachen. Und ganz profane Dinge wie Bauarbeiten, durch die Leitungen beschädigt werden, sind leider nach wie vor Auslöser vieler Stromausfälle.

In größeren Betrieben gibt es häufiger auch andere Ursachen: Wo (zu) viele Geräte mit Strom betrieben werden, besteht die Gefahr, dass es zu elektrischen Störwellen kommen, was irgendwann zum Zusammenbruch des Systems und der Versorgung führen kann.
Und in Fabriken lösen das An-oder Abschalten großer Maschinen starke Spannungsschwankungen aus – ebenfalls ein potentieller Grund für einen Stromausfall. Spannungsspitzen und Spannungseinbrüche sorgen gegebenenfalls auch nur für eine sehr kurze Unterbrechung des Stromkreislaufs, was aber bei empfindlichen Geräten schon für einen Datenverlust ausreichen kann.

Welche USV Anlagen gibt es?

USV-Anlagen sind unerlässlich für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Um die Kompatibilität der Anlage zu gewährleisten, ist es ratsam, auf herstellerunabhängige Lösungen, wie sie beispielsweise die Firma NTC anbietet, zurückzugreifen. Und: USV-Anlage ist nicht gleich USV-Anlage, denn je nach Sensibilität des zu versorgenden Systems sind gibt es verschieden Abstufungen, als da wären:

  • Passive Anlage (auch offline genannt): Die kleine USV-Lösung schaltet bei Stromausfall auf Batteriebetrieb. Dabei kommt es zur kurzzeitigen Stromunterbrechung von wenigen Millisekunden.
  • Anlage im aktiven Mitlaufbetrieb (auch netzinteraktive USV genannt): Ohne Stromunterbrechung – mit diesem System werden zusätzlich Unter- und Überspannungen ausgeglichen.
  • Dauerwandler oder Doppelwandler: Diese USV-Anlage hält die Spannung im Dauerbetrieb konstant und kompensiert damit auch Schwankungen der Frequenz und Oberschwingungen.

Während Passive Anlagen für den Hausgebrauch und für kleinere Unternehmen, die „nur“ einen relativ kleinen Server vor Datenverlust schützen möchten, völlig ausreichend sind, kommen überall dort, wo es um riesige Datenmengen und ein komplexes Netz an Stromversorgung geht, Dauerwandler zum Einsatz. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit einer USV-Anlage ist die Autonomiezeit (auch Überbrückungszeit), also die Zeit, die die USV-Anlage den Stromausfall kompensieren kann. Diese Autonomiezeit hängt natürlich in erster Linie von der Leistung der Batterien ab.

Appell für ein neues Arbeitnehmer-Selbstbewusstsein

USV-Anlage. Nicht schön, aber effektiv.
© NTC GmbH

Wo sind USV Anlagen wichtig?

Überall dort, wo eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet sein muss, da es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod geht. In anderen Bereichen ist es zwar vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber Stromausfälle können natürlich einen gewaltigen materiellen Schaden anrichten, wenn zum Beispiel in einer Fabrik eine Produktionsstraße unterbrochen wird und dadurch große Warenbestände zu Bruch gehen.
An diesen Orten sind gute USV-Anlagen gefragt:

  • Krankenhäuser
  • Flughäfen
  • Verkehrszentralen für Bus und Bahn
  • Banken
  • Fernsehsender und Radiostationen
  • Überall dort, wo Kühlketten aufrecht erhalten werden müssen
  • Überall dort, wo Überwachungsanlagen zum Einsatz kommen

 

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