Als Gastarbeiter in Deutschland – zwischen Erfolg und Scheitern

Man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man die These aufstellt, dass die Gastarbeiter einen wesentlichen Anteil daran haben, dass Deutschland so aussieht, wie es heute aussieht. Dabei hat sich der Begriff „Gastarbeiter“ über die Jahre bis in die heutige Zeit stark geändert: Bereits in den 1970-er Jahren hinterfragten Soziologen den Sinn das Wortes, da ein Gast in einem Land nicht arbeitet. Deshalb wurden alternative Bezeichnungen für die Gastarbeiter gesucht. Ergebnisse dieser Suche waren zum Beispiel „ausländischer Arbeitnehmer“ oder „Arbeitsmigrant“. Diese Begriffe mögen für die damalige Zeit passend gewesen sein, seit der Öffnung der EU-Grenzen kommen immer mehr Menschen als Gastarbeiter nach Deutschland. Die Menschen, die oft aus dem südlichen Osteuropa kommen, sind aber vielmehr Glücksritter als Gastarbeiter.

Weniger Gastarbeiter, vielmehr Glücksritter

Die Zahl der Menschen, die zum Beispiel aus Bulgarien oder der Slowakei nach Deutschland kommen, hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Diese „Gastarbeiter“ erhoffen sich durch die Reise in die Bundesrepublik einen Ausweg aus der Armut und dem tristen Leben, das sie in ihrem Heimatland erwartet. Betroffen sind vor allem Menschen aus ländlichen Regionen, die sich und ihre Familie mit Gelegenheitsjobs ernähren. Oftmals hören sie von Bekannten oder Verwandten, die arm nach Deutschland gingen und für ihre Verhältnisse reich in die Heimat zurückkamen. Angestachelt von diesen, wenigen Erfolgs-Beispielen bezahlen diese Menschen eine Menge Geld für eine Busfahrt nach Deutschland, um dort ihr als Gastarbeiter ihr Glück zu finden. Bei verschiedenen Zwischenstopps auf der Reise treffen die Menschen oft auf Heimkehrer, die den Anschluss in Deutschland nicht schafften und resigniert wieder zur Familie zurückkehren.

Schwierige Lage der Gastarbeiter in Deutschland

„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen“

Dennoch lassen sich die Menschen von diesem abschreckenden Beispiel den Traum von einem besseren Leben in Deutschland nicht nehmen. In Deutschland angekommen zerplatzt der Traum der „Gastarbeiter“ oft schon nach wenigen Tagen: Die Migranten beherrschen weder die Sprache, noch haben sie Bekannte, geschweige denn ein Dach über dem Kopf, in Deutschland. Auch hier bekommt ein Großteil der angekommenen „Gastarbeiter“ keinen guten Job, sondern müssen sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Hinzu kommt noch, dass die meisten Einwanderer nicht krankenversichert sind, somit auch aus jeder Pflegeplanung herausfallen, und bei einem Unfall von keinem Arzt behandelt werden.

Nach einem kurzen Aufenthalt kommen die Meisten wieder zurück

Dementsprechend schaffen es die meisten Gastarbeiter nicht, den Anschluss in Deutschland zu schaffen. Mit Mühe und Not schaffen es die Meisten, in manchen Fällen sogar nur durch staatliche Unterstützung, die Rückfahrkarte für die Reise in die Heimat zu kaufen. Auf dem Rückweg begegnen sie wieder den Bussen voller hoffnungsvoller Gastarbeiter mit dem Ziel Deutschland.

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