EZB – Europäische Zentralbank

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Teil des Zentralbankensystems des europäischen Währungsraums. Ihr Hauptsitz ist der Euro-Tower in Frankfurt. Der Zusammenschluss der EU-Staaten zu einer Union hatte, vertraglich festgelegt, auch eine gemeinsame Währungsunion zur Folge: den Euro. Um den Euro als Währung einführen zu dürfen, müssen bestimmte wirtschaftliche Kriterien erfüllt werden, die sogenannten Maastricht-Kriterien. Die EZB hat den Euro als Buchgeld bereits 1999 eingeführt, Rechnungen konnten also bereits in Euro ausgestellt und beglichen werden, während das Bargeld erst 2002 rausgegeben wurde, vorerst in Form von „Starter-Kits“, mit denen i.d.R. noch in keinem Geschäft bezahlt werden konnte.

Das Leitbild der EZB

Die EZB definiert ihr Leitbild wie folgt: „Wir bei der Europäischen Zentralbank haben uns verpflichtet, alle uns übertragenen Zentralbankaufgaben effektiv zu erfüllen. Dabei streben wir nach höchster Integrität, Kompetenz, Effizienz und Transparenz.“

Aufgaben und Ziele der EZB

Die Aufgaben und Ziele der EZB sind in dem am 7. Februar 1992 unterzeichneten Maastrichter Vertrag niedergeschrieben. Übergeordnet steht die Wahrung des Euros sowie dessen Preisstabilität. Zur Gestaltung der Politik bedient sich die EZB wirtschaftlicher Analysen sowie Entwicklungen im Euroraum und richtet seine Ressourcen auf die bestmögliche monetäre und finanzielle Gestaltung aus. Durch das Niedrighalten der Inflationsrate durch die EZB wird verhindert, dass der Euro-Raum unter einer Rezession leidet. Um solch einer Rezession entgegenzuwirken wurde ein nachhaltiger Haushaltplan aufgestellt, der die bestmögliche Stabilität des Haushalts, des Preisniveaus sowie des Zinssatzes (Geldpolitik: s.u.) des EZB-Raums ermöglichen soll.

Anhand bestimmter Kriterien, die sogenannten Konvergenzkriterien, die fiskalische und monetäre Vorgabewerte enthalten, wird festgestellt, ob das Land in der Lage ist, dem einheitlichen Währungsraum beizutreten. Sind die Vorgabewerte erfüllt, so ist der Staat zu einem Beitritt verpflichtet (Dänemark und Großbritannien behielten sich als einzige Staaten das Recht vor, selbst über die Währung zu bestimmen).

Geldpolitik

Die geldpolitische Strategie der EZB wird unterteilt in eine interne und eine externe Dimension. Die interne Dimension beschäftigt sich mit der Entscheidungsfindung. Diese setzt eine Verfügbarkeit an Informationen und Analysen sowie deren Auswertung voraus.

Die zweite, externe Dimension der EZB dient als Instrument der Aufklärung. Es werden geldpolitische Entscheidungen erläutert und die Wichtigkeit bestimmter Strategien und Vorhaben betont, um die Glaubwürdigkeit der EZB an den Finanzmärkten zu erhöhen.

Um die Wahrung der Preisstabilität bestmöglich zu gewährleisten hat die EZB das sogenannte „Zwei-Säulen-Konzept“ entwickelt, bestehend aus der wirtschaftlichen und der monetären Analyse. Die wirtschaftliche Analyse beurteilt Faktoren der operativen sowie der strategischen Preisentwicklung, die weitestgehend durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden.

Die monetäre Analyse hingegen beschäftigt sich mit der strategischen Ausrichtung, also den längerfristigen Faktoren der Geldpolitik der EZB. Die Beurteilungen erfolgen auf Grundlage der operativen und taktischen Faktoren.

Merkmale, die bei einer erfolgreichen Geldpolitik beachtet werden sollten

  • Aufklärung sowie eindeutige Zieldefinierung, um die Glaubwürdigkeit zu untermauern
  • Preisstabilität durch komplikationslosen Austausch von liquiden Mitteln am Bankenmarkt
  • Operative und taktische Entscheidungen der EZB haben oft einen langwidrigen Charakter
  • Eine gewisse Volatilität im Preisgefüge kann nicht verhindert werden, da die EZB keinen Einfluss auf bspw. Rohstoffpreise hat

Leitzins der EZB

Niederiger Leitzins der EZB „frisst“ das Geld der Sparer (c) Jorma Bork / pixelio.de

Der Leitzins, der durch Die EZB bestimmt wird, unterteilt sich in den Spitzenrefinanzierungssatz, den Einlagezinssatz sowie den Hauptrefinanzierungszinssatz. Die Leitzinssätze sind für den Geldmarkt von großer Bedeutung. Aktuell ist der Leitzinssatz in einem Allzeittief, wodurch mit einer normalen Geldanlage nicht einmal mehr die Erhaltung des Geldewerts über einen längeren Zeitraum gesichert ist – die Inflationsrate von rund 1,6% für 2013 (Stand Juli) „frisst“ das Geld der Sparer. Viele Anleger wechseln daher in den Wertpapiermarkt, der nach jeder Senkung des Leitzins einen enormer Aufschwung widerfährt.

Spitzenrefinanzierungszinssatz

Der Spitzenrefinanzierungszinssatz bestimmt den Zinssatz, zu dem Banken sich kurzfristig liquide Mittel aus dem EZB-Bankensystem beschaffen können. Der Zinssatz wird von der EZB festgelegt. Er bildet die faktische Zinsobergrenze für das Tagesgeld.

Einlagezinssatz

Überschüssiges Geld kann bis zum nächsten Bedarf bei der EZB eingelagert werden. Der Zinssatz, mit dem die Einlage verzinst wird, ist der sogenannte Einlagezins. Dieser Wert bildet die Untergrenze für Tagesgeldzinsen.

Hauptfinanzierungszins

Dieses ist der wichtigste Zinssatz der EZB. Er definiert die Hauptfinanzierung am Bankensystem. In einem wöchentlichen Tendersystem wird den Banken Geld zur Verfügung gestellt. Rund drei Viertel des Geldvolumens der Banken stammt aus der EZB.

Mehr zu Finanzen und Wirtschaft:

Posted in Wirtschaft.