Geschichte der Automobilproduktion in Deutschland

Das erste Auto hatte drei Räder, einen Zylinder, eine Kurbel und keine Kfz Zulassungen. Es war der Benz Motorwagen Nummer 1.
1886 hatte sich Karl Benz das erste Fahrzeug, das mit einem Verbrennungsmotor angetrieben wurde, patentieren lassen. Das technische Wunderwerk wurde bestaunt – andererseits war es ein finanzieller Flop. Berta Benz, die Frau des schwäbischen Erfinders, fuhr schließlich über eine Strecke von 100 Kilometern von Mannheim nach Pforzheim und erbrachte so den Nachweis, dass das neue Gefährt durchaus auch lange Strecken bewältigen konnte.

Die Automobilproduktion entwickelt sich

Es war zwar eine deutsche Erfindung, die große Liebe zum Automobil aber erwachte in Frankreich. Damals verkehrten die ersten Automobile auf den Pariser Boulevards, nicht selten von den Damen gefahren. Autos waren eben etwas anderes als eine Kutsche und man konnte wunderbar demonstrieren, dass man modern war und das Geld hatte, ein teures Automobil zu fahren.
Überall verdrängte Anfang des 20. Jahrhunderts die Automobilproduktion die Pferdefuhrwerke und nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich der Viertakt-Ottomotor durchgesetzt. Der Ford T und der Opel Laubfrosch waren die ersten erschwinglichen Produkte einer massenhaften Automobilproduktion.

Die Produktion nach Kriegsende

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in Deutschland die Automobilproduktion des VW Käfer, der auf den Kübelwagen der 1930er Jahre zurückgeht. Der Wagen für das Volk war robust, vielseitig, preiswert und belastbar – auch, wenn man viele Mitfahrer hatte. So wurde der Käfer von Volkswagen Symbol des bundesdeutschen Wirtschaftswunders und der neuen, grenzenlosen Freiheit. Nach den Entbehrungsjahren der Nachkriegszeit ermöglichte das Automobil endlich die erste Urlaubsreise. Die konnte man aber auch gut mit der BMW Isetta angehen, die anders als andere Autos war. Denn wo bei anderen Autos der Motor war, konnte man bei der Isetta ein- und aussteigen.

Die Automobilproduktion machte vieles durch: Vom Luxusprodukt bis zur Krise

Auf der Suche nach Luxus und Lifestyle konnte man einige Zeit später in rasante Sportwagen wie den Porsche 911 oder den Mercedes Flügeltürer steigen. Sie befriedigten die pure Lust am Fahren, bis das Jahr 1973 kam.
Da war es dann vorbei mit dem hemmungslosen Herumbrausen: Ölkrise, leere Autobahnen und Sonntagsfahrverbote waren nun angesagt. Seitdem gelten vor allem Sportwagen – und in heutiger Zeit große SUV’s – als Ressourcenfresser und Klimakiller.

Die Zukunft der Automobile

Strom statt Benzin oder Diesel: Das E-Auto mit alternativen Antrieben wird zum Symbol des Wettlaufs der Automobilproduktion um den besten klimafreundlichen Antrieb. Dieser Wettlauf generiert Reminiszenzen an die Pionierfahrt der Berta Benz von 1886.
Ihre Fahrt markierte den Beginn revolutionärer Innovationen. Elektromobilität markiert einen vergleichbaren Wendepunkt. Die Verwendung wiederverwertbarer Rohstoffe und neuer führerloser Fahrsysteme stellen sich als die zukünftigen Aufgaben der Automobilproduktion dar – die Frage ist nur, ob Deutschland wichtiger Teil dieser Zukunft bleibt.

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