Hochwertiges Hundefutter und Co.: Haustiere als Wirtschaftsfaktor

Für die Liebsten nur das Beste: So lautet offensichtlich die Devise vieler Haustierhalter. Hochwertiges Hundefutter wird, so zumindest der subjektive Eindruck, immer beliebter. Online-Shops wie RinderOhr bieten ihren Kunden eine immer größere Auswahl an Tiernahrung an – zum Wohle des geliebten Vierbeiners unter Berücksichtigung von Futtermittelallergien, Unverträglichkeiten beziehungsweise Ernährungsschwerpunkten und verschiedenen geschmacklichen Vorlieben. Mit dem Geschäft rund ums Haustier lassen sich verblüffende Umsätze erzielen.

hochwertiges Hundefutter: Hund vor Napf

Hochwertiges Hundefutter wird zunehmend zum Wirtschaftsfaktor © istockphoto.com/joshblake

Ausgaben für Haustiere steigen

Die Beobachtungen zum Wirtschaftsfaktor Tierliebe werden auch durch diverse Statistiken bestätigt: Schon im Jahr 2014 fand zum Beispiel laut „Spiegel“ die Universität Göttingen in einer Studie heraus, dass die Deutschen pro Jahr für ihre Haustiere etwa 9 Milliarden Euro ausgeben, davon fast die Hälfte für Tiernahrung. Damit verzeichnet die Branche einen ähnlich hohen Umsatz wie der Buchmarkt. Gerade Hunde sind mittlerweile ein echter Wirtschaftsfaktor: Es gibt 6,9 Millionen von ihnen in deutschen Haushalten, und sie kosten ihre Herrchen und Frauchen jährlich etwa 4,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es über 11 Millionen Katzen als Haustiere, für Katzenfutter und weiteres Zubehör rund um die Stubentiger werden jährlich aber nur rund 3 Milliarden Euro ausgegeben.

Weitere Untersuchungen zeigen außerdem: Der Umsatz beziehungsweise die Summen, die Haustierbesitzer für ihre Lieblinge ausgeben, steigen seit Jahren. Laut „Welt“ stellen viele Experten außerdem einen interessanten Trend fest: Hochwertiges Hundefutter wird immer beliebter – und das parallel zu teuren Lebensmitteln für Menschen. Wer also für sich selbst auf hohe Qualität setzt, zahlt anscheinend auch potenziell für sein Haustier mehr.

Wann hochwertiges Hundefutter wirklich sinnvoll ist

Zugegeben, einige Anschaffungen für Hunde sind überteuert und unnötig. Hundemöbel und Hundebadeanzüge sind nur einige Beispiele. Gerade im Bereich der Nahrung kann es sich allerdings oft lohnen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und hochwertiges Hundefutter zu wählen. Spezielles Welpenfutter ist zum Beispiel eine sinnvolle Grundlage für die schonende Entwicklung des tierischen Verdauungssystems, das ähnlich komplex ist wie das des Menschen.

Hochwertiges Hundefutter ist nicht der einzige Kostenpunkt für den vierbeinigen Gefährten. Im Interview mit der „Welt“ rechnet die Ökonomin Renate Ohr vor, dass ein Hund im Laufe seines Lebens etwa 10.000 Euro kostet. Zwischen dem Erwerb beim Züchter und der Bestattung auf dem Hundefriedhof liegen zum Beispiel Ausgaben für Fressen, Spielzeug, Haftpflicht-Versicherung, Hundesteuer, Dogsitter, Hundeschule und so weiter. Im Geschäft mit dem Tierbedarf gibt es noch jede Menge Potenzial. Denn Haustierbesitzer zählen in der Regel zum kaufkräftigen Klientel. Soziodemographisch gesehen hat der prototypische Hundehalter Kinder, verdient überdurchschnittlich viel und besitzt Wohneigentum.

Wird hochwertiges Hundefutter wichtiger als Lebensmittel?

Böse Zungen behaupten, dass für hochwertiges Hundefutter und anderen Haustierbedarf oft schon mehr ausgegeben wird als für die eigenen Lebensmittel. Ganz so drastisch scheint es nicht zu sein. Erhebungen zu diesem Thema lassen eher vermuten, dass gutverdienende Menschen, die generell Wert auf Luxus und Qualität legen, auch ihrem Vierbeiner etwas mehr gönnen. Der Wirtschaft gefällt das.

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