Internationale Speditionen: Bedeutung und Herausforderungen

Zur richtigen Zeit in richtiger Menge am richtigen Ort: Internationale Speditionen halten den Welthandel am Laufen. Sie sorgen dafür, dass der Transport von Gütern und Waren funktioniert – per Flugzeug, Schiff, Bahn oder Lkw. Bereits der Bau der Pyramiden mehrere Tausend Jahre vor Christus hätte ohne länderübergreifenden Warentransport nicht funktioniert. Über ihre Kernaufgaben hinaus müssen internationale Speditionen heute aber weit mehr als Transport und Logistik bewerkstelligen.

Kurzdefinition: So arbeiten internationale Speditionen

Luft, Schiff, Straße, Schiene: Internationale Speditionen befördern Waren auf sämtlichen Verkehrswegen (c) istockphoto.com/wx-bradwang

Nationale und internationale Speditionen organisieren und führen den Transport von Waren und Gütern durch. Dazu greifen sie entweder auf eigene Transportmittel zurück oder schließen Kooperationen mit anderen Verkehrs-, Transport- und Logistikunternehmen. Viele Speditionen haben sich auf einen oder mehrere Bereiche spezialisiert, dazu zählen zum Beispiel:

  • Seefracht
  • Luftfracht
  • Binnenschifffahrt
  • Landtransporte
  • Güterzugtransport
  • Schwertransporte
  • Gefahrenguttransporte
  • Lebensmitteltransporte

Auch der Warenumschlag und die Lagerung gehören zu den Kernkompetenzen internationaler Speditionen. Der Großteil ist im „Business to Business“ (B2B)-Bereich tätig. Möbel- und Umzugsspeditionen sowie Paketdienstleister treten aber auch direkt mit den Endverbrauchern ins Geschäft.

Bedeutung internationaler Speditionen als Wirtschaftsfaktor

Deutschland ist als Exportnation auf einen reibungslosen Warenverkehr durch internationale Speditionen angewiesen. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2015 Waren im Wert von 1.195,8 Milliarden Euro exportiert. Dem stehen Importe von rund 948 Milliarden Euro entgegen. Die wichtigsten Handelspartner sind:

  1. USA (113,9 Mrd. Euro)
  2. Frankreich (103,05 Mrd. Euro)
  3. Großbritannien (89,29 Mrd. Euro)
  4. Niederlande (79,52 Mrd. Euro)
  5. China (71,21 Mrd. Euro)
  6. Italien (58,1 Mrd. Euro)
  7. Österreich (58,04 Mrd. Euro)
  8. Polen (52,11 Mrd. Euro)
  9. Schweiz (49,25 Mrd. Euro)
  10. Belgien (41,39 Mrd. Euro)
  11. Spanien (38,78 Mrd. Euro)
  12. Tschechien (36,48 Mrd. Euro)
  13. Schweden (23,07 Mrd. Euro)
  14. Türkei (22,4 Mrd. Euro)
  15. Russland (21,77 Mrd. Euro)

Laut Branchenreport der Volksbanken Raiffeisenbanken erwirtschaftete der Zweig Spedition und Logistik 2013 rund 115 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt und beschäftigte 2,85 Millionen Erwerbstätige. Die Branche ist nach wie vor mittelständisch geprägt. So generierten vor fünf Jahren 20.135 steuerpflichtige Speditionen in Deutschland einen Umsatz von fast 70,4 Milliarden Euro (ohne Umsatzsteuer). Darunter unter anderem die Spedition Kruse mit Sitz in der Metropolregion Hamburg, die laut eigenen Angaben rund 300 Mitarbeiter beschäftigt und pro Monat weltweit mehr als 583.000 Kilometer zurücklegt.

Auch der Warenumschlag und die Lagerung gehören zur Aufgabe internationaler Speditionen (c) istockphoto.com/shapecharge

Herausforderungen und Besonderheiten internationaler Speditionen

Der weltweite Warentransport erfordert sehr viel Kapital und Personal, unterliegt einer schwankenden Nachfrage und muss sich den staatlichen Vorschriften zahlreicher Länder anpassen. All dies stellt internationale Speditionen vor besondere Herausforderungen.

Von internationalen Speditionen zu vernetzten Dienstleistungsunternehmen

Internationale Speditionen profitieren jedoch auch von den veränderten Bedingungen einer globalisierten und digitalisierten Wirtschaft. So lagern Gewerbebetriebe nicht nur ihren Werkverkehr, sondern sämtliche logistische Funktionen zunehmend aus. Aus Speditionen werden somit international gut vernetzte Logistikdienstleister. Ihr Leistungsspektrum umfasst alle Bereiche, die mit der Beschaffung, Produktion, Beförderung und Distribution von Gütern zusammenhängen. Beispiele sind die Zollabwicklung, Qualitätskontrollen, Verpackung und Etikettierung, Retourenabwicklung, Montage und Demontage, Tracking und Tracing.

Herausforderungen angesichts der Flüchtlingskrise

Piraten vor Somalia oder das Freihandelsabkommen TTIP: Kein weltpolitisches oder weltwirtschaftliches Thema bleibt für internationale Speditionen ohne Einfluss. Ein Beispiel ist auch die Zuspitzung der Flüchtlingskrise im Herbst 2015. Chaotische Situation an europäischen Grenzen, lange Wartezeiten und erhöhte Sicherheitskontrollen sorgten für erhebliche Verzögerungen beim Transport und der Abfertigung von Waren. Laut „Welt“ führte dies dazu, dass zahlreiche internationale Speditionen ihre Frachtpreise um 5 bis 10 Prozent verteuerten.

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