Konzentration steigern mit Musik am Arbeitsplatz

Musik am Arbeitsplatz – für die einen bedeutet das eine willkommene Abwechslung und lässt sie produktiver arbeiten, für die anderen ist es ein Ärgernis, das verboten gehört. Fördert Musik am Arbeitsplatz tatsächlich die Konzentration – oder sollte man die Beschallung lieber weg lassen?

Nicht jedermanns Geschmack

Grundsätzlich gilt am Arbeitsplatz wie auch anderswo in der Gesellschaft, dass man Rücksicht aufeinander nehmen sollte. Und in Sachen Musik sowieso. Nicht nur, dass sich ein Kollege an der Lautstärke der Musik stören kann, sondern insbesondere auch an der Art der Musik. Dem einen gehen die Bee Gees in Dauerbeschallung auf die Nerven, der andere fühlt sich von Helene Fischers atemloser Musik belästigt und wieder ein anderer kann mit kreischenden Gitarrensoli aus dem Hause Deep Purple so gar nichts anfangen. Wer also seinen Arbeitsplatz mit anderen teilt, sollte behutsam mit der Wahl der Geräuschkulisse umgehen.

Hintergrundmusik am Arbeitsplatz

Natürlich ist Arbeitsplatz nicht gleich Arbeitsplatz. Der Dachdecker wird sich mit dem Musikhören bei der Arbeit weniger beschäftigen als ein Beschäftigter im Online-Handel. Bei der Frage, ob Musik am Arbeitsplatz eine gute Sache ist oder eher nicht, geht es fast immer um Büroarbeit. Dort, wo in der Regel mehrere Kollegen – oft in einem Großraumbüro – zusammensitzen. Wo vielleicht die eine oder der andere mal telefoniert und von hier oder dort mal ein leises Gemurmel zu vernehmen ist, ansonsten aber eher Ruhe herrscht und jeder konzentriert seiner Arbeit nachgeht.

In einer solchen Atmosphäre sorgt oft das Radio am Arbeitsplatz für etwas Abwechslung. Die Rede ist also von kaum wahrnehmbarer Hintergrundmusik, also einem passiven Musikhören. Diese Art der Musik wird kaum einen Einfluss auf Motivation, Konzentration oder Produktivität der Arbeitnehmer haben. Niemand wird sich an leiser Musik im Hintergrund stören, und auch der Arbeitgeber wird hier nicht einschreiten.

Frau mit Kopfhörer am Laptop hört Musik am Arbeitsplatz

Musik am Arbeitsplatz kann Konzentration, Motivation und Produktivität steigern © istock/Georgijevic

Laute Musik am Arbeitsplatz

Wo allerdings Musik aus dem Hintergrund hervortritt, können Schwierigkeiten auftreten. Laute Musik kann

  • die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und von den Arbeitsaufgaben ablenken,
  • die Kommunikation zwischen den Kollegen beeinträchtigen,
  • nerven, wenn der Musikgeschmack der Kollegen nicht getroffen wird.

Daher kann der Chef laute Musik am Arbeitsplatz per Direktionsrecht verbieten, wenn sich die Beschallung negativ auf die Arbeitsleitungen der Beschäftigten auswirkt.

Tut Musik am Arbeitsplatz gut?

Dass Musikhören grundsätzlich positiv zu bewerten ist, wird wohl kaum jemanden verwundern. Schließlich hören Menschen ja freiwillig Musik; sie gefällt ihnen und wirkt stimmungssteigernd. Und wer gute Laune hat, dürfte auch besser, schneller und eben auch produktiver arbeiten. Für die Motivation wird sich Musik also zumeist positiv auswirken.

Die andere Frage ist die der Konzentration. Denn Musik kann eine Ablenkung darstellen. Daher sollte sowohl bei der Art der Arbeit als auch bei der Art der Musik differenziert werden:

  • Bei Routine-Tätigkeiten, die das Gehirn weniger fordern, lässt sich mit Musik die Konzentration steigern. Gilt es dagegen, hochkomplexe, kreative Aufgaben zu meistern, wirkt Musik oft kontraproduktiv. Hier kann Stille die Konzentration fördern.
  • Klassische Musik, Instrumentalmusik und (fröhliche) Popmusik gilt als Konzentrationsmusik. Musik, die eher „anstrengenderer Natur“ ist, beispielsweise Techno oder Metal, lenkt dagegen eher ab.

Letztendlich werden diese Effekte aber auch von Person zu Person unterschiedlich sein.

Lösung Kopfhörer im Büro

Um die Kollegen nicht (schlechter) Musik auszusetzen, greifen viele Arbeitnehmer im Büro zum Kopfhörer. Auf den ersten Blick eine gute Lösung. Allerdings nur für den, der keinen Kundenkontakt hat. Wer telefonisch erreichbar sein muss, tut sich mit Kopfhörern dagegen keinen Gefallen.

Und so vorteilhaft Kopfhörer auch sind: Rund um die Uhr sollte man sie dann doch nicht nutzen, denn die Gefahr besteht, dass die Kollegen die Kommunikation mit einem einstellen, weil man einfach nicht mehr ansprechbar ist. Also sollte das Musikhören dosiert betrieben werden.

Übrigens: Egal, ob mit oder ohne Kopfhörer – laut und falsch mitsingen braucht man den Kollegen nicht anzutun!

Posted in Arbeitsmarkt.