Megaboom Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind in aller Munde, so könnte man den Boom sinnbildlich betiteln. Der junge Sportler, die Schwangere und auch der Rentner nehmen Tag für Tag das ein oder andere Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Doch wer benötig die Mittel tatsächlich und wer kann problemlos darauf verzichten?

Nahrungsergänzungsmittel – Bedeutung am Markt

Verschiedene Dosierformen der Nahrungsergänzungsmittel (c) Sigrid Roßmann / pixelio.de

Apotheken und Supermärkte haben sie schon lange im Sortiment. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin C, Eisen, Magnesium oder Zink. Als Kapseln, Tabletten oder als Pulver werden sie rezeptfrei an den Konsumenten weitergereicht und in dosierter Form und unter Berücksichtigung der empfohlenen Verzehrmenge eingenommen. Laut Statistik werden in Europa inzwischen jährlich schätzungsweise sechs Mrd. Euro mit Nahrungsergänzungsmitteln erwirtschaftet. Die Deutschen sind hier mit einer Mrd. Euro pro Jahr beteiligt. Was bedeutet, dass jeder dritte Deutsche Nahrungsergänzungsmittel konsumiert. Grund für den Boom stellt das veränderte Verbraucherbewusstsein bezüglich Ernährung und Gesundheit dar.

Anwendung und Funktion

Die Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln ist vielseitig und reicht von isolierten Nährstoffen über pflanzliche und tierische Produkte bis hin zum konsumierfreundlichen Nahrungsergänzungsmittel in Form von Müsli, Suppe oder Getränk. Hersteller spezialisieren sich auf die unterschiedlichsten Zielgruppen. So finden sich auf dem Markt nicht nur Nahrungsergänzungsmittel von Multipower, die sich rein auf Sportler konzentrieren, sondern ebenso Diätzusätze – wie im Falle der wohl bekanntesten Formula-Diät, Amapur. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die normale Ernährung zu ergänzen, sie heilen weder Krankheiten, noch sind sie bewiesen präventiv. Und genau dieser Tatbestand spaltet die Nation über die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln.

Nimmt man sich die Pressemitteilungen der letzten Jahre rund um das Thema Nahrungsergänzungsmittel vor, trifft man eine Flut an positiven, aber auch negativen Stimmen. Wie bei fast allen gesundheitlichen Themen spalten sich die Experten Meinungen in Befürworter und Gegner. Nahrungsergänzungsmittel sind in keinem Fall ein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Hauptargument der Gegner ist es, dass wenn sich der Mensch normal ernährt und er regelmäßig Obst und Gemüse isst, ist sein Körper genug mit Nährstoffen versorgt. Auch gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise, dass Nahrungsergänzungsmittel gesunde Menschen noch gesünder machen.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel

Auch wenn Nahrungsergänzungsmittel in ihren Formen Medikamenten ähneln, sind sie es rechtlich gesehen nicht. Sie unterliegen somit auch nicht dem streng kontrollierten Arzneimittelgesetz, sondern dem Gesetz der Lebensmittel. Dies hat zur Folge, dass die Hersteller einen therapeutischen Nutzen oder die Beseitigung oder Linderung von Krankheiten nicht bewerben dürfen. Da sie nicht den Status eines Arzneimittels haben, dürfen die Hersteller auch keine Aussagen über gesundheitliche Effekte damit verknüpfen. Nahrungsergänzungsmittel werden also lediglich zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen eingenommen. Zum Verbraucherschutz müssen auf den Verpackungen der Nahrungsergänzungsmittel, genaue Angaben zu den Inhaltsstoffen und zur maximalen Tagesdosis genannt werden. Leider gibt es für Nahrungsergänzungsmittel bislang keine verbindlichen Deklarationsvorgaben, weshalb einige Produkte keine Angaben über die verwendeten Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung enthalten.

Wer Nahrungsergänzungsmittel wirklich benötigt

Sind Nahrungsergänzungsmittel auf der einen Seite bei einer gesunden Ernährung überflüssig, so sind sie auf der anderen Seite für bestimmte Gruppen und in bestimmten Situationen äußerst sinnvoll. Gruppen bei denen dies zutrifft, sind die folgenden:

  • Sportler

Nahrungsergänzungsmittel, um eine Leistungssteigerung zu erzielen finden gerade im Sportbereich besonders häufig ihre Anwendung.

  • ältere Menschen

Bei Problemen mit der Nahrungsaufnahme oder Bettlägerigkeit und bei bestimmten Krankheiten ist der Bedarf an einzelnen Nahrungsergänzungsmitteln erhöht, da Sie auf Grund altersbedingter Nährstoffdefizite nur schwer alle nötigen Nährstoffe zu sich nehmen können. Je nach Pflegezustand und Pflegeplanung ist eine Zunahme von Nahrungsergänzungsmittel also notwendig.

  • schwangere Frauen

Folsäure, ein Wirkstoff aus der Gruppe der B-Vitamine ist gerade in der Schwangerschaft ein wichtiger Mineralstoff und kann nur gering durch die Nahrung aufgenommen werden. Vor allem in der Schwangerschaft ist dieses Nahrungsergänzungsmittel von großer Bedeutung, da eine Unterversorgung schwere Fehlbildungen des Säuglings zur Folge haben kann.

Nahrungsergänzungsmittel für Sportler
(c) GG-Berlin / pixelio.de

  • Menschen mit chronischen Krankheiten

Bei Darm-, Nieren-, Leber- oder Krebserkrankungen ist die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigt und kann durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützt werden.

Neben diesen Gruppen können bei Vegetariern, diäthaltenden Menschen und Alkoholabhängigen ergänzende Präparate positive Effekte haben. Da sich das ganze Thema stark um unsere Gesundheit dreht, empfehlen wir allerdings immer eine Beratung vom einem Arzt einzuholen und nur die verordnete Menge an Nahrungsergänzungsmitteln zu konsumieren. Kaufen Sie keine Präparate, die im Ausland verkauft werden, denn diese müssen nicht einmal den Kriterien des deutschen Lebensmittelschutzgesetzes entsprechen. Auch Ihren Kindern sollten Sie nicht unnötig Nahrungsergänzungsmittel zukommen lassen. Wieso erfahren Sie in dem Bericht der Stiftung Warentest.

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