Gründe für den Preisanstieg von Lebensmitteln

Wer in den vergangenen Wochen mit wachen Augen durch den Supermarkt gelaufen ist, hat das Thema „Preisanstieg Lebensmittel“ sicherlich bemerkt: Beinahe jede Woche wurden die Preise etwas erhöht. Kostete die Bio-Milch am Mittwoch noch 89 Cent, zahlte man am Montag darauf bereits 95 Cent, wanderte das Kilo Äpfel am Dienstag für 2,49 Euro in den Einkaufswagen, wurden am Samstag schon 2,99 Euro pro Kilo für die gleiche Apfelsorte fällig. Das Beispiel stellt die Verteuerung natürlich etwas überspitzt dar, fest steht allerdings: Lebensmittel sind im Vergleich zum Frühjahr deutlich teurer geworden. Angaben des statistischen Bundesamts belegen, dass die Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat von 1,8 Prozent auf 1,9 Prozent gestiegen ist.

Preisanstieg der Lebensmittel – wodurch entsteht die Verteuerung?

Preisanstieg: Lebensmittel werden immer teurer. Das betrifft auch Tomaten, Salat und Knoblauch. (c) www.sonjawinzer.de / pixelio.de

Die Gründe für den Preisanstieg von Lebensmitteln sind vielfältig, aber laut Fachleuten alle auf Wetterkapriolen zurückzuführen: 2013 kamen einige Faktoren zusammen, die in der Masse diesen vergleichsweise starken Preianstieg von Lebensmitteln ausgelöst haben.

  1. Der lange und kalte Winter: Bedingt durch den langen und kalten Winter, der in den Frühlingsmonaten sogar noch einmal zurückkehrte, wurde vor allem die Quantität der Ernte beeinflusst.
  2. Die Überschwemmungen in Deutschland: Durch die Überschwemmungen in Deutschland wurden einige Teile des Ackerlands – vor allem in Süddeutschland – überschwemmt, was die Ernteerträge ebenfalls negativ beeinflusste.
  3. Die zuletzt anhaltende Hitze im Sommer: Ebenso beeinflusste die lange anhaltende und extrem trockene Hitzeperiode der vergangenen Wochen die Ernte der Landwirte. Teilweise vertrocknete das Getreide auf den Feldern und konnte nicht mehr weiterverarbeitet werden.

Wie verändert der Preisanstieg Lebensmittel-Kosten?

Betroffen vom Preisanstieg von Lebensmitteln sind vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse: Speisefette und Speiseöle wurden im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent teurer. Spitzenreiter ist dabei Butter, die im Vergleich zum Vorjahr um 30,8 Prozent mehr kostet. Doch auch Milch kostet im Vergleich zum Vorjahr 18,2 Prozent mehr. Auch Obst und Gemüse wurden teilweise deutlich teurer: Äpfel kosteten 2013 durchschnittlich 22,3 Prozent mehr als 2012, Kartoffeln sogar 44,4 Prozent.

Doch nicht die Ernährung verteuerte sich: So wurden zum Beispiel auch Zeitungen um 4,1 Prozent teurer, genauso wie Tabakwaren, für die man durchschnittlich 3,7 Prozent mehr zahlen muss als noch 2012. Auch die Strompreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 Prozent.

Nur ein scheinbarer Preisanstieg von Lebensmitteln

Interessant ist allerdings eine Statistik, die SPIEGEL ONLINE zum Thema „Preisanstieg Lebensmittel“ veröffentlichte. Die Statistik wird unter dem ein wenig in die Irre führenden Namen „Die Kaufkraft der Deutschen“ geführt und zeigt, wie lange der Durchschnitts-Deutsche für ein bestimmtes Produkt arbeiten muss. Verglichen werden Zahlen aus dem Jahr 1991 mit den Jahren 2011/2012. Dabei liefert die Statistik ein klares Bild: Für beinahe alle Produkte muss teilweise deutlich weniger gearbeitet werden, zum Beispiel Fernseher: Musste der Deutsche 1991 77:38 Stunden für einen Fernseher auf der Arbeit verbringen, waren es 2012 nur noch 27:38 Stunden. Gleiches Bild bei den Lebensmitteln: Der Arbeitsaufwand für einen Liter Milch verringerte sich von vier Minuten (1991) auf drei Minuten (2012), die Arbeitszeit für Zucker halbierte sich sogar von sechs Minuten (1991) auf drei Minuten (2012). Deshalb sprechen Experten bei dem aktuellen Preisanstieg von Lebensmitteln nur von einer „gefühlten Inflation“.

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