Über regionale Jobbörsen für Bewerber ins neue Arbeitsverhältnis

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr,  in den regionalen Jobbörsen werden überall Arbeitskräfte gesucht, und dennoch gibt es Menschen, die keinen Job haben, obwohl sie arbeiten wollen. Woran liegt das und was kann man als Betroffener dagegen unternehmen?

Ursachen der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist natürlich in erster Linie immer ein persönliches Schicksal mit ganz individuellen Gründen. Dennoch gilt es, auch das große Ganze zu betrachten. Das Stichwort lautet „strukturelle Arbeitslosigkeit“. Was steckt hinter diesem Begriff? Und warum werden die (prall) gefüllten Jobportale und Stellenmärkte ihrer nicht Herr?

Wie der Name schon sagt, strukturelle Arbeitslosigkeit hat etwas mit Strukturen zu tun – und diese aufzubrechen und zu verändern, ist oft schwierig und zeitaufwendig. Wichtige Aspekte der strukturellen Arbeitslosigkeit sind etwa

  • Branchen & Regionen: Wo ganze Industriezweige (zum Beispiel Kohle in NRW) oder rentable Betriebe (wie nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland) nicht mehr existieren, fehlt Arbeit. Wenn die Menschen nicht dorthin ziehen, wo es (noch) Jobs für sie gibt, werden sie arbeitslos.
  • Qualifikation: Wer eine Ausbildung hinter sich hat und den Anschluss in den Beruf verpasst oder schlicht erst gar keine Ausbildung macht, bleibt auf der Strecke. Qualifizierungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit helfen in diesem Fall auch selten. In die gleiche Kerbe schlägt der Fachkräftemangel – nicht umsonst gibt es 2018 im Schnitt laut statista.com knapp 800.000 offene Stellen in Deutschland. Wer die erforderliche Qualifikation nicht mitbringt, bleibt arbeitssuchend. Trotz boomender Stellenmärkte.

Hinzu kommt bei vielen Bewerbern auch fehlende Kreativität: Sie meinen, wer eine Handvoll Bewerbungen (online) in der Woche verschickt, habe sein Soll erfüllt. Einen Job werde man dann nach dem Gesetz der Serie schon irgendwann zwangsläufig bekommen – dem ist aber nicht so.

Bewerben – aber wie?

Bewerber und Personalerin beim Handschlag

Regionale Jobbörsen für Bewerber können den Weg aus der Arbeitslosigkeit bedeuten © istock/portishead1

Online-Bewerbungen machen Sinn, ganz klar. Man denke allein an den Papierverbrauch für Bewerbungen in früheren Zeiten. Und auch der Geldbeutel des Bewerbers wird geschont, denn Kosten für aufwendige Bewerbermappen, Papier, Verpackungen und Porto entfallen heute – nicht einmal ein Bewerbungsbild muss einer Bewerbung heutzutage zwingend hinzugefügt werden. Wer einen Internetzugang hat, zahlt für eine Bewerbung inklusive Versand im Grunde genommen nichts.

Dennoch sollte man, gerade wenn die positiven Resonanzen auf die eigenen Bewerbungsschreiben ausbleiben, gegebenenfalls erwägen, neue Wege im Bewerbungsprozess zu gehen: Auffallen, sich aus dem Einerlei der Online-Bewerbungen abheben.

Erstmal Zeitarbeit als Sprungbrett?

Wenn es mit einem „normalen“ Job nicht klappt, weshalb nicht selbst aktiv werden und sich bei einem alternativen Jobvermittler bewerben? Initiativbewerbungen sind generell ein gutes Instrument für die Selbstvermarktung, indes kann man die Initiative noch verstärken, indem man nicht einfach nur ungefragt eine Bewerbung auf blauen Dunst versendet in der Hoffnung, dass der Arbeitgeber sich an einen erinnert, wenn er Bedarf hat.

Regionale Jobbörsen? Warum nicht das „regional“ ausnutzen?

Gerade bei einem Personaldienstleister gibt es die Möglichkeit, sich persönlich für eine Vielzahl von potentiellen Arbeitgebern bekannt zu machen. Eine ansprechende Bewerbungsmappe zusammenstellen, sich nett kleiden, und einfach in einer Niederlassung vor Ort (z. B. im  I. K. Hofmann-Netzwerk) vorbeischauen.

Wichtig dabei: Da es darum geht, möglichst einen persönlichen Kontakt mit einem Personalvermittler herzustellen, sollte man sich nicht darauf beschränken, seine Bewerbungsunterlagen wortlos am Empfang abzugeben, sondern darum bitten, ob man sich kurz in der betreffenden Abteilung persönlich vorstellen darf (z. B. mit dem Hinweis verbunden, dass man gleich nach aktuellen Vakanzen fragen möchte). Um die Chancen zu erhöhen, auch wirklich ein kurzes Wort mit einem Personaler wechseln zu können, ist ein Besuch in der Mittagszeit wenig empfehlenswert. Das Zauberwort ist auch hier der persönliche erste Eindruck. Denn egal über welche Anstellungsart, Personalvermittler müssen auch von Ihnen überzeugt sein. Wenn Ihnen das gelingt, steigen auch Ihre Chancen bei den Unternehmen.

Persönlich in den neuen Job

In jedem Fall kann ein persönliches Vorsprechen bei einem Personaldienstleister die Chancen auf einen Job beträchtlich erhöhen, immerhin zeigt man großes Engagement bei der Jobsuche und erzeugt Aufmerksamkeit bei dem potentiellen Arbeitgeber – und damit hoffentlich später auch das Interesse, eine Vakanz mit demjenigen zu besetzen, der sich auf andere Art und Weise präsentiert hat als die anderen Bewerber.

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